Schwindende Kulturräume in Köln

Um gemeinsam nachhaltig Zukunft zu gestalten, braucht es engagierte, kreative Menschen ebenso wie freie und sichere Schutz- und Entwicklungsräume. Leider verschwinden diese zunehmend. Eine der Hauptursachen ist die zunehmende Gentrifizierung gerade der Viertel, die zu kullturellen Hotspots geworden sind.

Aktuell kann man in Köln schon fast von einem Sterben in der sogenannten Subkultur sprechen. Gleich mehrere wichtige Initiativen und Vereine sind in ihren Räumen bedroht.

Beispielsweise:
agisra e. V., die sich seit nun mehr als 26 Jahren, vor allem für geflüchtete und von Gewalt oder Menschenhandel bedrohte und betroffene Frauen einsetzten.
agisra berät und begleitet Betroffene in schwierigen Lebenslagen, bietet einen geschützten Raum, u.a. nach Gewalterfahrungen, und begleitet den Prozess in ein selbstbestimmtes freies Leben. Sie leisten Hilfe, wo Hilfe benötigt wird und gerade für diese Arbeit ist ein zentraler und gut erreichbarer Ort unabdingbar! asgira muss bleiben.

Ebenfalls betroffen ist der Raum “Assata im Hof” in den Räumen des “Kat18 e.V.”. Dies ist ein feministischer, nicht kommerzieller und selbst organisierter Raum für Frauen, Lesben, Non-binary, trans und inter* Personen. Seit der Eröffnung im November 2015 hat sich “Assata im Hof” zu einem Ort vielfältiger feministischer Aktivitäten in Köln entwickelt. Hier treffen sich nicht nur regelmäßig verschiedenste Gruppen, die zu den unterschiedlichsten Themen arbeiten, sondern es finden Diskussionsveranstaltungen, Workshops, Aktionstage, Vernetzungstreffen, Vorträge, Lesungen, Filmvorführungen etc. zu feministischen, kapitalismus- und rassismuskritischen Themen statt. Der Raum ist zu einem elementaren Bestandteil feministischer Vernetzung in Köln geworden! “Assata im Hof” muss bleiben!

Auch das Allerweltshaus in Ehrenfeld ist seit Jahren eine Institution. Ein Ort, der dem Thema Menschrechte und Vielfalt eine Heimat bietet. Wo Künster und Kulturschaffende, wie engagierte Menschen Räume auch mal günstig für Veranstaltungen anmieten können. Wo aussergwöhliche Lesungen, Konzerte und Workshops stattfinden. Ein Ort, der Menschen zusammen bringt, Einblicke in diverse Lebenrealitäten bietet und Aufklärung im Thema soziale Ausgrenzung wie Rassismus betreibt. Etwas, das wir in Zeiten von steigendem Rassismus mehr als dringend benötigen.

Jack in the Box ….
Der Verein verfolgt seit 2006 innovative Modelle der Beschäftigungsförderung mitten im Quartier. Architektur, Handwerk, Kultur- und Sozialarbeit und vielfältige Kooperationen prägen die Arbeit des Vereins, der die Quartiersentwicklung in Ehrenfeld über mehr als ein Jahrzehnt mitgeprägt hat. Durch die Konzept- und Projektentwicklung für die Westspitze am Güterbahnhof beabsichtigt der Verein, seine Arbeit nachhaltig zu verorten und aus der Zwischennutzung eine langfristige zu machen.

Die Kölner Stadträtin Lisa Hanna Gerlach sagt: “All diese Protragonisten sind in Zeiten des Wandels und steigender rechter Gewalt wichtige Träger, Schutzräume und Wegbegleiter raus aus den Einheitsfilterblasen. Zudem tragen ihre Angebote und Veranstaltungen dazu bei, dass wir diskutieren, dass die Themen nicht einschlafen und wir sehen, wo es noch etwas zu tun gibt. Diese Räume machen nicht nur darauf aufmerksam, sie können auch maßgeblich dazu beitragen, wie wir eine inklusive Gesellschaft erreichen können! Es ist daher dringend nötig und liegt auch in unser aller Verantwortung, solche Räume aktiv zu schützen, zu fördern wie von Ihnen zu lernen. Zudem braucht es für einen gelingenden Wandel noch viel mehr solcher Räume und Entwicklungsflächen.”

Auch die Initiative “Wir sind die Stadt Aktionsbündnis/ KLuG e.V.” unterstützt dies.

Ruth Spiller sagt: “Wir wollen die Bürger über Themen zur Stadtentwicklung informieren und aufklären. Bisher gibt es keine unabhängige Instanz für die vielen komplexen Themenfelder und leider auch viele Missstände. Damit Städte ihre kulturellen Lebensräume erhalten können, müssen die Menschen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt werden. Hilfreich ist eine Betrachtung nach dem Almendeprinzip, nach dem die öffentlichen Interessen der Vielen in einem gemeinsamen Raum gewahrt werden. Die Zivilgesellschaft soll gestärkt, bürgerliches Engagement geachtet und anerkannt werden.”

Daher diskutieren wir gemeinsam!

Wer ebenfalls vom Thema betroffen ist, oder Räume benötigt, ist herzlich eingeladen, sich zu vernetzen. Sharing is caring und gemeinsam sind wir stärker.

Wer sich gerne engagieren möchte oder sogar Lösungen zu bieten hat, ist natürlich auch sehr herzlich eingeladen.

Wir brauchen schnelle und konstruktive Lösungen, wir freuen uns auf gemeinsamen Ideenaustausch und eine ehrliche und respektvolle Diskussion!

Die Veranstaltung findet am Montag, 20.5.2019 ab 18 Uhr im Rathaus, spanischer Bau, im Theodor-Heuss-Saal, Raum A 119, statt.

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